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Die Protagonistinnen

Sieben Interviews mit nordirischen Frauen unterschiedlicher Spektren werden für den Film ausgewählt: Katholikinnen, Protestantinnen, Republikanerinnen und Loyalistinnen bzw. die Unterstützerinnen der paramilitärischen Gruppen IRA, UDA und UVF. Ältere und junge Frauen aus Belfast sprechen vor der Kamera über die Troubles, den Friedensprozess und die Zukunftsaussichten Nordirlands aus ihrer Perspektive. Sie spiegeln wider, wie der Konflikt Frauen aller sozialen Zusammenhänge generationsübergreifend prägt – und als unausweichlich wahrgenommen wird.

 „We did what had to be done" ist eine Floskel, die alle unsere bisherigen Interviewpartnerinnen gebrauchten. Je nach politischer Zugehörigkeit und Lebenslage waren damit aber sehr unterschiedliche Dinge gemeint: Ein britisches Armeebekleidungsgeschäft führen, eine Bombe im Kinderwagen über die Falls Road transportieren, die eigenen Kinder zu republikanischen Kämpfern oder britischen Soldaten zu erziehen, die Versorgung der Familie in den abgesperrten Stadtteilen aufrechtzuerhalten oder aus dem Frauengefängnis in Armagh auszubrechen… Die eigene Rolle im Krieg wurde immer auch mit der individuellen politischen  Überzeugung begründet, aber über alle sozialen Grenzen hinweg sehen sich die Frauen als die, die in der  Kriegsrealität pragmatische Entscheidung treffen und sich mit Notwendigkeiten arrangieren mussten.

Bis auf wenige Ausnahmen agierten die Frauen im Hintergrund. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kombattanten gehen sie später kaum in die Geschichtsbücher ein. Dabei fußt die irische Tradition auf Erzählungen. 

Aber auch das Storytelling ist eine Männerdomäne. Die Frauen nutzen die Interviewsituation, um selbst zu einer Narration der Troubles beizutragen, die ihren Erinnerungen gerecht wird. Sie reflektieren ihre Erfahrungen ehrlich, oft mit schwarzem Humor und viel Verständnis für menschliche Schwächen. Auch traumatische Erinnerungen und Verluste, an denen einzelne Frauen fast zerbrochen sind, gehören als Erbe des Krieges zu ihrem Alltag.   

Die Umbrüche nach dem Karfreitagsabkommen von 1998, das den Krieg offiziell beendete, haben Kompromisse von allen Seiten verlangt. Auch die Frauen beider Lager sind nicht zufrieden mit der Situation. Und doch hoffen viele auf die Zukunft. Sie setzen sich für mehr Mitbestimmung im Friedensprozess ein, denn sie sind sich sicher, dass dieser nur durch die Frauen gelingen kann.

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