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Frauen und Konflikterfahrung

Das Online-Archiv „Women, Memory and Meaning“

Der Film „Peace Line“ wird von unserem im Aufbau befindlichen Online-Archiv „Women, Memory and Meaning“ ergänzt. Dort stehen Interviews mit den Belfaster Frauen als thematisch geordnete Videoclips zu einzelnen Themenkomplexen zur Verfügung. Online werden weitere, nicht im Film vorkommende nordirische Frauen von ihrer Geschichte und ihren Erfahrungen in Krieg und Frieden sprechen. Zudem wird das Archiv vertiefende Informationen zum  historischen Hintergrund und zur spezifischen Problematik von Frauen in gewalttätigen Konflikten zur Verfügung stellen.

Langfristig wird das Online-Archiv nicht nur ein Forum für die Erzählungen der nordirischen Frauen, sondern auch für die von Frauen aus anderen Konfliktregionen sein.

 Wir planen Interviews in Israel/Palästina und Albanien, haben dort vielfältige Kontakte geknüpft und können vor Ort auf regionale Netzwerke von Frauen- und Menschenrechtsorganisationen zurückgreifen. Die Website soll den globalen Austausch der Frauen in Krisengebieten fördern. Diese Frauen haben kaum Möglichkeiten, im gesellschaftlichen Diskurs ihre Stimme laut werden zu lassen. Ihr Erleben scheint in ihrem eigenen Land wenig zu interessieren oder wird sogar systematisch totgeschwiegen. Oft sollen die Frauen von Seiten der eigenen Familie oder ihrer Community aus nicht über traumatische Erlebnisse sprechen. Und da sie in traditionellen Rollen gefangen sind und die Hauptlast der Familienarbeit tragen, fehlen Zeit und Kraft, sich im Ausland Gehör zu verschaffen. Tatsächlich haben wir in Belfast die Erfahrung gemacht, dass die Frauen unsere Interviews als Chance begrüßen, selbst aktiv zu einer Narration der Troubles beizutragen.  

Das Schweigen zum Thema bedeutet zum einen, dass sich Frauen in Konfliktgebieten nur schwer vernetzen und voneinander lernen können. In Belfast sitzen noch heute äußert selten Protestantinnen und Katholikinnen an einem Tisch. Und noch weniger haben Frauen aus Ländern und Regionen wie Nordirland, Palästina oder Albanien die Möglichkeit, in größerem Rahmen Reisen zu unternehmen und sich direkt miteinander auszutauschen. Zudem fehlt ihnen eine gemeinsame Sprache.

 Über die Website können sie Kontakte zueinander knüpfen und ihre Erfahrungen austauschen. Dies setzt natürlich die Übersetzung aller Interviews und Texte in viele Sprachen voraus, damit die Online-Ressourcen die geografischen und sozialen Grenzen überwinden helfen. So können die Geschichten der Frauen um die Welt reisen, da sie selbst nicht diese Möglichkeit haben. Schon heute sind die Protagonistinnen in Nordirland gespannt, von der Erfahrungen der Frauen sowohl der jeweils anderen Community als auch der entfernter Länder zu erfahren, da in der Regel keinerlei Kontakte zu solchen Frauen bestehen.

 Zum anderen bringt die mediale Stille um das Thema der Frauen in gewaltsamen Konflikten mit sich, dass die Betroffenen nur wenig Verständnis und Unterstützung erfahren. Wir wollen eine breitere Öffentlichkeit für die Situation unserer Protagonistinnen interessieren. Immer wieder fiel uns auf, dass sogar in Europa in Bezug auf den Nordirlandkonflikt und den Friedensprozess Missverständnisse, Fehlinterpretationen und schlichtes Unwissen das Feld beherrschen. Unser Film soll eine Chance bieten, das Thema aus der besonderen Perspektive der Frauen zu erfahren und sich über die persönlichen Schilderungen der Welt der Troubles und des Friedensprozesses anzunähern. Auch in Deutschland werden sich viele Zuschauer und Zuschauerinnen mit den Erzählungen der nordirischen Frauen emotional auseinandersetzen können. Denn die Erfahrung von Krieg und Gewalt wurde bei uns als Erbe einer Generation an die folgenden weitergegeben.

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