We Did What Had To Be Done

Women Memory & Meaning ist ein Frauenkollektiv was sich mit der weiblichen Perspektive der Geschichte befasst. Das Ziel ist es, ein Video und Audio Archiv von Frauengeschichten anzulegen.
Schwerpunkt liegt im Moment auf der Rolle von Frauen in Kriegsgebieten oder Krisensituationen.

Seit 2010 arbeiten wir an einem Projekt in Nordirland was 2017 fertig gestellt wurde:

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Der Hintergrund unserer Filmidee war die Einsicht, dass die spezifischen Erfahrungen von Frauen in gewaltsamen Konflikten viel zu wenig gesehen und gehört werden. Die Frauen haben kaum Möglichkeiten, im gesellschaftlichen Diskurs ihre Stimme laut werden zu lassen. Die Belfaster Frauen selbst sehen unsere Interviews als Chance, zu einer Narration der Troubles beizutragen. In Nordirland wird der Film auch unseren Protagonistinnen aus den verhärteten Communities selbst Einblicke in die Realität der Frauen des „anderen Lagers“ erlauben.

Die Idee zum Film kam von Friederike Berat, die neben drei Dokumentarfilmen bis heute zahlreiche filmische Kunstprojekte realisiert hat. Einige ihrer Videoinstallationen setzten sich mit der Rolle der Frauen in Kriegsgebieten auseinander. Sie entstanden in Zusammenarbeit mit Frauen im Kosovo und in Palästina, organisatorisch und finanziell unterstützt vom Training for Women Network bzw. vom International Women´s Peace Service.

 

„We did what had to be done“ ist ein Dokumentarfilm über die Rolle von Frauen in Kriegs- und Nachkriegssituationen am Beispiel Belfast. Grundlage des Films sind Interviews mit Belfaster Frauen unterschiedlichen Alters und Hintergründe (katholisch, protestantisch, nationalistisch, unionistisch, republikanisch und loyalistisch). Gesprächsthemen sind ihre Situation als Frau im Kriegs- und Nachkriegsalltag, ihre Repräsentation in den Medien, ihre zentrale Rolle in der Versorgung der Familie und der Community, ihre Absenz in Politik und Geschichtsschreibung, das Kalkül des Schweigens, Strategien des Überlebens damals und heute, generationsübergreifende gesellschaftliche Auswirkungen des Konfliktes und persönliche Perspektiven auf den nordirischen Friedensprozess nach dem geplanten Einstellen der EU – Friedensgelder (peacemoney).
 
Der Film nähert sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und ist in fünf Teile unterteilt:

  • Kultur und Frieden
  • Krieg und Ermanzipation
  • Gefängnis und Beziehungen
  • Verlust und Trauma
  • Bildung und Zukunft


Ausgangspunkt
Anlass für dieses Filmprojekt ist das 10-jährige Jubiläum der UN-Sichrheitsresolution 1325 "Frauen, Frieden, Sicherheit" mit der das Thema Frauenmenschenrechte erstmals zum Thema des UN-Sicherheitsrates geworden ist. UN 1325 hat besipielsweise durchgesetzt, dass die Geschlechterperspektive in Friedensmissionen berücksichtigt wird, dass die spezifischen Belange von Frauen und Mädchen in Abrüstungs-, Demobilisierungs- und Wiedereingliederungsprozessen ehemaliger Kämpferinnen und Kriegsteilnehmerinnen berücksichtigt werden, aber auch das Frauen und lokale Frauengruppen am Wiederaufbau ihres Lander beteiligt und ihre Kompetenzen sinnvoll genutzt werden.

In unserem Film möchten wir die Geschlechterperspektive auf Nordirland anwenden und die Geschichte Nordirlands seit den Troubles der siebziger Jahre von Zeitzeuginnen erzählen lassen.

Anhand von  ausgewählten Interviews mit nordirischen Frauen unterschiedlicher Spektren (Katholikinnen, Protestantinnen; Republikanerinnen, Loyalistinnen; IRA-Volunteers und UDA-Unterstützerinnen) untersucht unser Film die irischen Troubles, das Leben in der nordirschen Nachkriegsgeschichte, den Friedensprozess und die Zukunftsaussichten Nordirlands aus der Geschlechterperspektive. Wir fragen, wie der Konflikt Frauen unterschiedlichen Alters prägte und sich generationsübergreifend in der heutigen nordirischen Gesellschaft auswirkt.

"We did what had to be done" ist eine Floskel, die früher oder später in allen Interviews auftaucht. Je nach politischer Zugehörigkeit und Lebenslage sind damit unterschiedliche Dinge gemeint: Ein britisches Armeebekleidungsgeschäft führen, eine Bombe im Kinderwagen über die Falseroad transportieren, die Kinder zu republikanischen Volunteers oder zu britischen Soldaten erziehen, das Leben, die Versorgung in der abgesperrten Shankil aufrecht erhalten, aus dem Gefängnis Armagh ausbrechen.

Die Involvierung in den Krieg wird zwar auch mit der individuellen politischen, nationalen Überzeugung begründet, aber allen Argumenten voran bringen die Frauen "I did what had to be done" vor, eine pragmatische Entscheidung, die sich - als meist undokumentierte - Reaktion auf die Kriegsrealität begreift und erzählt. Als Volunteer, Internee oder als Witwe: Bis auf wenige Ausnahmen agieren die Frauen im Hintergrund, sie bleiben im Hintergrund. Das Subjekt inbegriffen in der freien, unabhängigen

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